Hallo ihr Lieben,
der Morgen startete mit dem Geschmack meiner Jugend: zum Frühstück gab es Zitronenhörnchen und einen doppelten Espresso direkt am Meer. Plötzlich war ich wieder 23 Jahre alt und die Italienerin in mir erwacht, fast wie bei Marcel Proust in der Suche nach der verlorenen Zeit, der seine Madeleines in eine Tasse Tee tunkt und in seinen Erinnerungen versinkt und den berühmten inneren Monolog startet.
Dann ging es nach Reggio Calabria in die Nähe der Strasse von Messina, wo die italienische Stifelspitze Sizillien küsst. Die größte Insel des Mittelmeerraums war allerdings in einen mystischen Dunst getaucht und ich ließ meiner Fantasie freien Lauf, stellte mir vor wie sich hier die Griechen, Römer, Araber, Türken, Bourbonen, Wikinger und Schwaben abwechselnd bekämpften und Frieden schlossen. Unter anderem davon erzählte uns unsere Reiseleiterin Maria in der Kathedrale eindrucksvoll. Deswegen ist Kalabrien ein Schmelztiegel der Kulturen und in einigen Dörfern wird sogar heute noch Griechisch gesprochen und auch an einigen Schulen als Fremdsprache gelehrt. Diese Region ist die ärmste in ganz Italien, die Menschen leben vom Fischfang und Landwirtschaft, bauen v.a. Oliven und Kiwis an. Mich haben in Reggio Calabria die Jahrhunderte alten Gummibäume entlang des schönsten Kilometers Italiens mit tollen Skulpturen begeistert, wie sie im Übrigen Gabriele D’Annunzio bezeichnet hatte. Zwischendurch gab es sogar eine Rolltreppe, um den Hang hinaufzukommen, was bei 35 Grad hilfreich war;-)
Pause machten wir in einem Fischlokal in der Nähe von Scilla, wo es leckeren Schwertfisch gab.Danach besuchten wir einige Highlights entlang der Costa Viola wie z.B. die Ruffo-Burg und das Fischerdorf Chianalea, das mich mit seinen engen Gassen und ganz besonderen Motiven verzauberte. Ich habe sogar noch die köstlichen Kaktusfeigen gekostet, die man hier einfach am Wegrand pflücken kann. Alles in allem war es ein gelungener Auftakt. Ich hoffe ihr hattet auch einen schönen Tag,
Tanti Bacci
eure Maggie







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