Dienstag, 10. September 2024

WARUM ICH DAS REISEN SO LIEBE

Hallo ihr Lieben,
die Woche in Kalabrien ist wie im Flug vergangen und war so reich an Schätzen wie ein ganzer Monat zuhause. Heute Morgen goß es zum Abschied in Strömen, der Himmel weinte offensichtlich, weil ich abgereisen musste. Das tosende Meer hat den kompletten Strand unterspült, sodass ich wieder drinnen frühstücken musste. Die ganze italienienische Badekultur, der Lido, war untergegangen. Die Badesaison ist ohnehin bald zu Ende, die italienischen Gäste arbeiten wieder und Ende Oktober wird auch der letzte ausländische Tourist hier verschwunden sein. Dann fällt Kalabrien in einen Dornröschenschlaf bis Mitte April. Klar, dass hier das Geld in der Saison verdient werden muss, denn der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle. Ich habe sehr gerne mein Geld da gelassen, großzügig Trinkgelder verteilt, weil ich auch erstklassigen Service bekommen habe. Nach dem Frühstück habe ich meine Rechnungen beglichen, weil mir Antonios Team noch einige Ausflüge zusätzlich gebucht hatte, außerdem wird hier noch die Kurtaxe fällig. Dann hat mich Branco abgeholt, ein alter Busfahrer, der eher wie ein Seebär aussieht als ein Fahrer. Wir quatschten ein bisschen bis die anderen Touris in Tropea zustiegen sind und ich das berühmte Klippenstädtchen auch mal von unten fotografieren konnte. Doch da ist wohl auch die Melancholie mit eingestiegen, die mich plötzlich umarmte. Verständlich, denn ich hatte auf dem Weg zum Flughafen die Musik aus meiner römischen Jugend im Ohr. Dort angekommen, dauerte alles seine Zeit, ich war eher auf einer Slow- als einer Fast Lane unterwegs. Aber ich glaube, dass mir das Zeitlupentempo ganz gut getan hatte, weil ich mich dadurch langsam wieder häuten und damit in eine Deutsche verwandeln durfte. Nur als die Abflüge nach Stuttgart und Rom direkt untereinander angezeigt wurden, stritten sich die Deutsche und die Italienerin in mir zum letzten Mal. In Stuttgart wurde ich dann prompt von der deutschen Bürokratie begrüßt, die da heißt: Schienenersatzverkehr;-). Aber ich hatte Glück und erwischte recht schnell einen Bus nach Hause.
Nun ist meine Reise zu Ende und ich danke euch, dass ihr mich begleitet habt. Danken möchte ich auch Susanne (eine der beiden Ärztinnen) und Erika, die mich geistig wie menschlich sehr bereichert und mir noch dazu eine schöne Vorlage für mein Fazit geliefert haben: Reisen kann nicht jeder, denn Reisen ist mit großen Risiken verbunden, insbesondere was die persönliche Weiterentwicklung anbetrifft;-)
In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal,
eure Maggie




















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