Montag, 9. September 2024

WAS ES BEDEUTET IN VIELEN SPRACHEN ZUHAUSE ZU SEIN

Hallo ihr Lieben,
am Morgen wurde ich heute vom Sturm geweckt. Der Gott des Windes Äolus wirbelte die Balkonmöbel umher und ließ die Wellen tanzen. Ich frühstücke zum ersten Mal innerhalb der Ferienanlage. Dann ging es in Richtung Pizzo unter der Regie von Matthias, denn die Reiseleiter sowie die Zusammensetzung der Gruppen wechseln hier täglich, je nachdem welche Ausflüge man gebucht hat. In diesem Zusammenhang habe ich gleich am Anfang den Versprecher meines Lebens hier an der Rezeption abgeliefert: Statt von „escursioni" habe ich von „esecuzioni" gesprochen, wollte also Hinrichtungen statt Ausflüge buchen:-). Seitdem lieben sie mich hier und machen echt alles für mich, wahrscheinlich weil sie den nächsten Lachflash erwarten. Einen ähnlichen Knaller habe ich heute mit Erika in Pizzo erlebt. Sie wollte einen neuen Badeanzug kaufen, schlanke Taille, aber mit  Körbchengröße H. Diese gibt es - glaube ich - in ganz Italien nicht, aber wir haben bei jedem Verkäufer ein Kopfkino gestartet….man konnte es in ihren Augen sehen. Herrlich diese Italiener! Aber nun zum eigentlichen Programm: Wir starteten in der Höhlenkirche aus Tuffstein, die so genannte Piedigrotta, die diverse Heilige beherbergt, u.a. den Hl. Georg, aber auch ein Porträt von John F. Kennedy, der hier sehr verehrt wurde. Dafür durfte ich mit Aiko (für die, die den Podcast noch nicht kennen, so heißt mein rechtes Knie) 144 Stufen rauf- und runtersteigen. Das hat super geklappt, ganz ohne sein übliches Gemotze. Danach kam der Regen eines ganzen Monats auf uns herunter. So konnte ich endlich ein paar Kleinigkeiten einkaufen und das zu Preisen von Einheimischen. Überhaupt kommt die Italienerin in mir bis auf den kleinen Ausrutscher hier wunderbar zurecht. Diese Sprache ist wie eine zweite Haut, ich habe dadurch eine andere Identität angenommen, so als ob ich mein italienisches Leben aus meiner Jugend wieder - wie selbstverständlich - weitergeführt hätte. Morgen ist es leider vorbei, dann lebt drei Wochen lang die Deutsche in mir weiter und arbeitet fleißig. Bis dann Anfang Oktober meine slawische Seele während einer Balkanreise auf ihre Kosten kommt. Ein schöner Trost, nicht wahr?! Jetzt genieße ich den letzten Abend mit Erika und Jürgen.
Sogni d’ oro,
eure Maggie



















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